Augen auf im Internet – warum auch wir Erwachsenen nicht geschützt sind.

Wir sind stets bedacht, unsere Kinder vor dem world wide web zu schützen. Zuviel Gewalt, Pornos, Pädophile. Gefahren lauern im Internet an jeder Ecke. Auch für uns Erwachsene.

Um die Sicherheit zu gewährleisten nutzen einige bestimmte Kindersicherungsprogramme, andere erlauben das Surfen nur im Beisein eines Elternteils, manche durchsuchen den Verlauf der letzten Internetsitzungen. Dabei gerät manchmal aus dem Blick, dass auch wir Erwachsenen uns vor so einigen Gefahren schützen müssten und vielleicht schon einige Male auf das ein oder andere reingefallen sind – ohne es zu bemerken.

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Augen auf im Netz. Quelle: Pixabay

Es ist noch gar nicht so lange her, da wurde in einer meiner wirklich vielen, vielen Facebook-Gruppen, eine Nachricht versandt, die mich hat stutzig werden lassen.

Sinngemäß lautete sie wie folgt:

Annemarie, 38, Mutter einer siebenjährigen Tochter ist in einer Facebook-Kochgruppe. Dort findet sie „Elsa“, 42, Mutter von zwei Kindern im gleichen Alter. Beide Mütter verstehen sich gut, machen das ein oder andere Späßchen und Elsa sendet ihr bald daraufhin eine Freundschaftsanfrage. Annemarie nimmt diese natürlich an, warum auch nicht? Hat sie doch mit Elsa eine ganz nette Facebook-Bekanntschaft gemacht. Elsas Bilder, die sie auf ihrem Profil sieht, sehen doch auch wirklich ganz nett aus und bestätigen sie. Elsa wiederum bekommt durch Annemaries Bestätigung der Anfrage Zutritt in ihre private Welt. Wie die kleine Mimi ihr Seepferdchen machte, unbeschwerte Urlaubstage am Strand, Mimi in ihrem niedlichen Bikini, wie der erste Schultag war… Und erfährt nebenbei auch Ort und Name des Aufenthalts – unbedachte Kommentare eben.

Was Annemarie nicht weiß: Elsa ist ein Mann, ein Mann, der Kinder liebt…. Er holt eines Tages die Kleine von der Schule ab…denn die kennt er auch. Es ist ein leichtes für ihn, Mimi davon zu überzeugen, dass er ein Bekannter ist. Immerhin kennt er ja nahezu alle Details ihres Privatlebens. Annemarie weiß bis heute nicht, wo die Kleine ist….

Nicht möglich? Zu sehr konstruiert? Vielleicht – aber nicht wirklich auszuschließen! Wer garantiert uns, das hinter dem Account wirklich die oder der ist, die wir vermuten? Es ist weithin bekannt, dass sich Fakeaccounts in allen Bereich tummeln… Und wir vermuten immer, dass unsere Bekanntschaften, „Freundschaften“, Gruppenmitglieder alle echt sind, weil wir doch ein Gesicht dazu haben. 2013 meldete Facebook, dass 76 MILLIONEN(!) Accounts fake sind. Das sind sieben Prozent aller Facebookaccounts. Das sind Zahlen, die drei Jahre zurückliegen. Wie sie aktuell aussehen könnt Ihr Euch vorstellen.

Als ich diese kleine Geschichte las wurde mir einmal mehr bewusst, wie leichtgläubig wir sind und mehr: Wie leichtgläubig wir unsere Daten, auch die unserer Liebsten, so schnell frei zugänglich machen für andere. Wir sind ganz stolz, dass wir die Privatsphäre auf „Nur Freunde“ umgestellt haben, was aber natürlich wenig Sinn macht, wenn wir Freundschaftsanfragen nur allzu bereit bestätigen.

In diesem Sinne: Augen auf!

Autorin: Gülden Gülaydin

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