Ein Kinderfahrrad für Kinder – das wurde aber auch Zeit!

Mathematik ist nicht jedermanns Stärke. Insbesondere Kinderfahrradhersteller scheinen eine ausgeprägte Dyskalkulie zu haben, anders kann man die Unverhältnismäßigkeit Körpergewicht des Kindes zum Gewicht des Fahrrads nicht erklären.

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Fahrvergnügen mit WOOM                                                                                                        Werbung

Wir waren auf der Suche nach einem Fahrrad, wieder einmal. Unser fast fünfjähriger Sohn war aus seinem innig geliebten Laufrad rausgewachsen. Er wünschte sich nun ein noch größeres Laufrad. Ein Fahrrad aber sollte ihm nicht ins Haus kommen. Er war noch nie ein Fan von Fortbewegungsmitteln mit Pedalen. Das Dreirad, den Traktor von Big und einige mehr hätten wir uns sparen können. In die Pedale treten war einfach nicht seins. Wir entsprachen seinem Wunsch und rüsteten auf einen 14″er Kidsbike von BMW auf. Ein Laufrad, das als Fahrrad aufgerüstet werden kann. Er liebte es – das Laufrad – Umrüsten? Nein danke! Aber alles hat irgendwann ein Ende. Spätestens, wenn er rausgewachsen ist und das war nun der Fall. Und so musste er sich schweren Herzens von seinem Gefährten trennen. Und nun? Tatsächlich recherchierte ich nach einem noch größeren Laufrad. Und tröstete ihn derweil mit einem Roller. Der erste war viel zu groß und wuchtig, also fiel der auch in die Kategorie „Das hätten wir uns sparen können“. Ein leichterer wurde angeschafft und das war erstmal „ok“. Obwohl er stets jammerte, dass ihm die Beine beim Fahren weh taten.

Auf dem Kinderflohmarkt tümmelt sich allerlei  – aber auch Schrott!

Der nächste Kinderflohmarkt stand an und wie durch ein Wunder fand ich einen 14″ Puky. Ein Schnäppchen für 25 Euro. Damit fing aber auch das Drama an. Weder konnte er das schwere Rad richtig halten, geschweige denn losfahren. Also musste ich sowohl ihn als auch das Rad halten, damit er erstmal übte, in die Pedale zu treten. Nun, seit dem bin ich ein großer Fan der Mobilat Salbe! Ihr könnte euch denken, die Frustration war auf beiden Seiten groß. Und das Rad landete erst im Keller und dann auf Ebay Kleinanzeigen.

Aus Fehlern lernen

Relativ bald kam mein Sohn auf seinem Roller den fahrradfahrenden Kindern nicht mehr hinterher. Also recherchierte ich wieder nach Alternativen, denn ein größeres Laufrad ließ sich nicht auftreiben. Ich stieß auf Foren, in denen über Qualität, Gewichte und Preise geschrieben wurde und zum ersten Mal leuchtete mir wirklich ein, dass die Räder tatsächlich einfach viel zu schwer sind! Und je leichter sie wurden, um so teurer wurden sie. Auch das leuchtete mir ein. Qualität hat nun mal seinen Preis. Wenn ich aber alle Fehlkäufe zusammen rechne (was ich tunlichst vermeide!), dann hätte ich wahrscheinlich ein Qualitätsrad nicht nur kaufen, sondern auch vergolden lassen können! Wie auch immer. Zwei Namen tauchten in den Foren immer wieder auf: WOOM und Kokua.

Was uns überzeugt hat

Beide Fahrräder sind qualitativ hochwertig! Das WOOM ist jedoch nochmal zwei Kg leichter. Mit einem Gesamtgewicht von 5,4 Kg (ohne Pedale) ist es auch über 4 Kg leichter als das Rad von Puky. Als Eltern haben uns aber einige insbesondere liebevolle und durchdachte Details überzeugt (ohne hier einen Testbericht oder Vergleich der Hersteller abgeben zu wollen): Der Lenker von WOOM ist mit einem Durchmesser von 19mm absolut Kinderhände-tauglich. Die Lenkradgriffe sind weichmacher- und schadstofffrei und haben ebenfalls einen geringen Durchmesser. Auch der Sitz ist schadstoff- und giftfrei. Ein Lenkeinschlagsbegrenzer hilft gegen Überdrehen des Lenkers. Das unterstützt u.a. beim geradeaus fahren. Gerade für Anfänger eine sinnvolle Hilfe. Bei anderen Herstellern sucht man diese Funktion vergeblich. Preislich geben sich beide Modelle nicht viel. Und der Wiederverkaufswert ist ziemlich hoch. Das WOOM Bike hat keinen Rücktritt. Wir sehen das als Vorteil, da dieser mit ein Grund war, weshalb unser Sohn mit dem Puky nicht klar gekommen ist. Das Losfahren ist durch den Rücktritt deutlich erschwert, wenn die Pedale nicht auf 13 stehen. Auch und vor allem eine Vollbremsung wird ebenfalls erschwert, wenn die Pedalen nicht richtig stehen. Und das ist definitiv schon ein Ausschlusskriterium. WOOM bietet mit seinen „small hand reach“- Bremsen, kleinen Fingern eine gute Bremswirkung zu erzielen.

WOOM bietet eine „30 Tage Geld zurück Garantie“. Zusätzlich ist die Upcycling Mitgliedschaft für einige vielleicht interessant. Beim Kauf des nächstgrößeren Rades innerhalb von 24 Monaten, gibt es 40% des Kaufpreises des alten Rades zurück! Das Upcycling System wird bei uns leider nicht greifen, da der jüngere Bruder das Rad übernehmen wird, aber für andere kann dieses System durchaus ein verlockendes Angebot sein. Ein faires Angebot, dass einige Familien unterstützt, ihrem Kind ein passendes Rad zu bieten. Die Mitgliedschaft kann jederzeit für 47 Euro erworben werden.

Die Fahrräder bestehen zu 80 Prozent aus selbstentwickelten Teilen. Woran das liegt? Das Bike wurde ausschließlich für Kinder designt. Aus dieser Perspektive heraus musste der Gründer Christian Bezdeka viel selbst handanlegen. Schließlich war die erfolglose Suche nach einem Rad für seinen Sprössling der Auslöser, schließlich selbst eines zu entwickeln.

Die Recherche hat uns erstmal überzeugt, also haben wir kurzum einen WOOM 3 bestellt.

In 10 Minuten vom Fahrradmuffel zum Fahrradfan

Der WOOM 3 hat unserem Sohn allein optisch schon gut gefallen. Das Rad war mit zwei Handgriffen fertig montiert. Vater und Sohn sind gleich raus zum Testen. Draufgesetzt und losgefahren wäre übertrieben. Aber immerhin mussten wir nicht mehr Rad und Sohn festhalten, sondern nur noch unseren Sohn und schließlich nur noch einen kleinen Zipfel der Jacke.

Zehn Minuten nach dem ersten Aufsitzen fuhr unser absoluter Fahrradmuffel alleine Fahrrad! Anfangs noch etwas wackelig und in Schlangenlinie – was jedoch für die absolute Daseinsberechtigung des Lenkeinschlagsbegrenzer spricht und uns sicher schon vor dem ein oder anderen Sturz bewahrte – mittlerweile schon ziemlich sicher und lässig.  Wir bekommen ihn jedenfalls nicht mehr runter vom Rad. Er fragt von sich aus, wann wir wieder eine Tour machen und plötzlich stehe ich vor dem nächsten Problem. Da ich selbst sehr spät das Fahrradfahren gelernt habe und noch heute eine ziemlich miese Fahrerin bin, hoffe ich, dass WOOM bald ein Zweirad für Erwachsene auf den Markt bringt. Vielleicht ist auch bei mir Hopfen und Malz noch nicht ganz verloren.

Gründe auf einen Blick

Sicherheit, Ergonomie, geringes Gewicht, Schadstofffreiheit, Nachhaltigkeit, Design und Handling – das sind alles Eigenschaften, die WOOM auszeichnen. Wir sind sehr zufrieden und werden sicherlich auch bei der nächsten Größe auf dieses Bike setzen.

 

Autorin: Derya Bonifer

 

Vielen Dank an WOOM bikes, die uns für den WOOM 3 einen Nachlass gewährt haben, nachdem (!) wir uns für sie entschieden haben. Der Preisnachlass hat keinerlei Einfluss auf unsere Empfehlung. Das wäre auch unnötig, da WOOM sich erst aktuell den 1. Platz auf der Expo Polen gesichert hat.

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