Kinderwunsch – Wenn das Wunschkind auf sich warten lässt.

„Wir planen unser ganzes Leben. Dann wünschen wir uns ein Kind und stellen fest, dass wir es ab hier nicht immer in der Hand haben. Ich war auf eine längere Wartezeit nicht vorbereitet und auch nicht auf zwei Fehlgeburten.“ Claudia von Freudenträne erzählt elternheute, wie sie die Zeit des Wartens erlebt hat. Auf ihrer Seite sammelt sie Lebensgeschichten von Menschen, die Ähnliches erlebt haben. Damit bricht sie ein Tabuthema auf. Sie plädiert für mehr Mut, um über Dinge zu sprechen, die nicht klappen, wir wir es uns vorstellen.

 

frau am fenster
Foto: Pixabay

Mein Mann und ich entschieden uns für ein Kind und waren voll Vorfreude. Ja, vielleicht musste man einige Monate warten, aber es würde schon werden. Nach 3 Monaten hielt ich einen positiven Schwangerschaftstest in den Händen. Läuft, dachten wir. Wir waren sehr glücklich. Als der Arzt uns beim zweiten Termin sagte, dass er keinen Herzschlag sehen kann, fielen wir aus allen Wolken. Was sagte er da? Wie konnte das sein? Wie war das möglich? Klar hatte ich schon mal von Fehlgeburten gehört, aber das war so weit weg. Und auch als der Arzt uns sagte, dass das leider sehr häufig in frühen Schwangerschaften vorkam, half uns das nicht. Wir fühlten uns leer.
Mein Körper war danach sehr durcheinander. Einen regelmäßigen Zyklus hatte ich nicht und je mehr Zeit verging ohne neuen positiven Schwangerschaftstest umso mehr verkrampfte ich. 
Es gab so vieles, das mich beschäftigte. Die Gefühle, die ich in der Zeit hatte, waren sehr vielschichtig und das Thema berührte sehr viele Bereiche meines Lebens.

Ich hatte eine Vorstellung von meinem Leben und da gehörten Kinder immer dazu. Ich hatte mir nie Gedanken darüber gemacht, ob ich Kinder will oder nicht, es war einfach gesetzt. Als es sich dann so hinzog, stressten mich auch Gedanken wie „Ich wollte doch immer unter 30 Mama sein“. Ich war schon 32 und das machte die Sache nicht einfacher. Ich versuchte mich davon zu lösen, aber es gelang mir nicht gut.
Und natürlich fragte ich mich, was mit mir nicht stimmte. Lag es an mir, lag es an meinem Mann, lag es an uns? Aber ich wollte doch eine Familie mit ihm. Ich hatte keinerlei Vertrauen zu meinem Körper mehr, sondern war eher verunsichert, dass er nicht so funktionierte wie ich mir das vorstellte.

Und ich wollte wissen, ob es anderen Frauen ähnlich ging. Ich wollte gerne Geschichten von Frauen hören, die wussten wie ich mich fühlte. Aber ich fand sie nicht und ich fand nur sehr wenig Frauen mit denen ich sprechen konnte, die Ähnliches erlebt hatten.
Ich fragte mich warum wir nicht offener über die Kinderwunschzeit sprechen. In einer Zeit, in der wir Trost und Zuspruch bräuchten, ziehen wir uns zurück und tun so als könnten wir einfach weitermachen. Im Büro erzählen wir nach einer Fehlgeburt etwas von einer Magen-Darm-Grippe, um dann nach knapp einer Woche wieder am Schreibtisch zu sitzen, als wäre nichts geschehen. 
Freunden und Bekannten erzählen wir, dass wir mal schauen was passiert in puncto Kinderplanung, aber warum sagen wir nicht, was schon passiert ist. Schützen wir uns damit vor mitleidigen Blicken oder wollen wir unseren Freunden ersparen nicht zu wissen, was sie sagen sollen? Manchmal wollen wir das Thema vielleicht auch für uns nicht zu groß machen, obwohl das ist es natürlich schon längst.
 
Mit dem zweiten Schwangerschaftstest nach einem Jahr, trat das ein wovor wir am meisten Angst hatten, eine erneute Fehlgeburt. Danach waren wir wie gelähmt, aber auch auf eine gewisse Weise demütig. Wir hatten das Gefühl, dass wir es einfach nicht beeinflussen konnten und unsere Lebensplanung anpassen mussten. Ich versuchte meinem Körper Vertrauen zu schenken, schließlich hatte er auch erkannt, dass bei den ersten beiden Malen etwas nicht stimmte.

Einige Wochen später klappte es und im Januar 2012 wurde unser Sohn geboren.
Das Thema Kinderwunschzeit liegt mir immer noch sehr am Herzen, da mich die Zeit sehr geprägt hat und ich durch Gespräche mit anderen Frauen weiß, dass sich viele in der Zeit allein gelassen fühlen mit ihren Ängsten. Wir reden eben nicht gerne über Dinge, die nicht klappen. Ich würde gerne mehr Offenheit in das Thema bringen.

Mein Blog Freudenträne soll ein kleiner Anfang sein. Hier sammle ich Geschichten von Frauen deren Weg zum Kind auch nicht einfach war. Ich wünsche mir, dass die Geschichten Frauen Mut machen und ihnen das Gefühl geben, dass sie nicht allein sind. Jede Geschichte ist einzigartig, denn jede Frau geht anders mit Situationen und Herausforderungen im Leben um. Das ist interessant und wichtig und gibt uns neuen Mut.
Schaut mal vorbei und ich freue mich über jede neue Lebensgeschichte.

Autorin: Claudia


www.freuden-traene.de

Mehr zum Thema: Kinder, Kinder, Kinder

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